07_ZaimogluFeridun Zaimoglu

Feridun Zaimoglu, 47, ist einer der wortgewaltigsten Schriftsteller Deutschlands. Der Erfinder der „Kanak Sprak“, der in der Türkei geboren ist und seit fast 40 Jahren in Deutschland lebt, wird von Kritikern als begnadeter Sprachschöpfer gefeiert, vor allem für seine poetischen Bilder. Zahlreiche renommierte Literaturpreise zeugen davon, vom Hebbel-Preis, dem Preis der Jury beim Bachmann-Wettbewerb über den Adelbert-von-Chamisso-Preis bis hin zum Hugo-Ball-Preis, dem Corine-Preis oder dem Jakob-Wassermann-Literaturpreis.

Zuletzt erhielt Zaimoglu dieses Jahr den „Preis der Literaturhäuser“. Begründung: Zaimoglu habe sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht. „Denn was Feridun Zaimoglu vorliest, es wird nicht beschrieben, es passiert – auf der Bühne, vor den Augen des Publikums. Mit unnachahmlicher Emphase schlägt Zaimoglu den Sätzen den Takt.“ Die Frankfurter Allgemeine Zeitung jubelt: „Wenn es Zaimoglu nicht gäbe, müsste er sich erfinden.“

Bei den „Erneuerbaren Lesetagen“ ist Zaimoglu bereits letztes Jahr aufgetreten – und hat dabei Vattenfall entgegengeschleudert: „Ich hasse Atomkraft!“ Für Zaimoglu war es „eine Selbstverständlichkeit“, auch dieses Jahr wieder „ohne Atomstrom zu lesen“. Dieses Mal wünschte er sich seinen Auftrittsort – das Autonomen-Zentrum „Rote Flora“. Der Grund: Zaimoglus Geschichte „Fünf klopfende Herzen, wenn die Liebe springt“ spielt in dem seit 22 Jahren besetzten Gebäude am Schulterblatt.