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Hamburgs „Atomdorf“

Immer mehr Atomschiffe kommen die Elbe hinauf, immer mehr radioaktives Material wird über den Hafen durch die City transportiert – genehmigt vom rot-grünen Senat. In diesem Jahr sollen bereits rund hundert Atomtransporte durchgeführt worden sein, geht aus Regierungsdokumenten hervor. Und mehr noch: Hafenterminals werden der Atomindustrie zeitweise sogar als atomares Zwischenlager zur Verfügung gestellt – so wurden im Mai und Juni am Süd-West-Terminal mehr als drei Wochen Container mit radiokaktivem Material gelagert. 'Lesen ohne Atomstrom' wird 2017 - wie schon dieses Jahr - umfassend über die Atom-Drehscheibe Hamburger Hafen informieren. Japans Ex-Premier Naoto Kan hatte bei seinem 'Lesen ohne Atomstrom'-Besuch die Sperrung des Hafens für Atomtransporte gefordert. Umweltsenator Kerstan (Die Grünen) erklärte im Gespräch mit 'Lesen ohne Atomstrom', keine Möglichkeit zu haben, die Atomtransporte zu stoppen. Bürgermeister Scholz sperre sich gegen die Schließung der lukrativen Atom-Drehscheibe. Bremen hat Atomtransporte über seine Häfen gesetzlich verboten.

 

Ab 25.9. - 'Hamburger Klimawoche'

Sie ist seit Langem Partner von 'Lesen ohne Atomstrom', dieses Jahr ist 'Lesen ohne Atomstrom'-Autor Mojib Latif sogar ihr Schirmherr – die '8. Hamburger Klimawoche' startet am 25. September: mit hundert spannenden Veranstaltungen, die auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam machen - hochkarätige Diskussionsrunden, Kulturevents, Klimaschutz „zum Anfassen“, ein Bildungsprogramm für Schulklassen. Zentrum der 'Klimawoche' ist die Hamburger Innenstadt und die HafenCity. Alle Informationen gibt’s hier: www.klimawoche.de

 

Zuschauerauslastung = 124 Prozent

Hamburgs unabhängiges Literaturfestival 'Lesen ohne Atomstrom 2016' ist am 27. April mit Katja Petrowskaja und Feridun Zaimoglu im vollbesetzten Theatersalon 2te Heimat zu Ende gegangen: Die Zuschauerauslastung betrug dieses Jahr 124 Prozent – 2.451 Sitzplätze waren verfügbar, 3.043 Zuschauer nahmen teil. Festivalsprecher Oliver Neß: „Die hoch engagierte Zuschauerbeteiligung stellt seit Anbeginn einen ganz eigenen Wert dieses Festivals dar: In sechs Jahren waren 22.461 Zuschauer gratis bei 58 Veranstaltungen mit 233 Autoren und Künstlern dabei.“ Die inhaltliche Positionierung des Festivals hat dieses Jahr Japans Ex-Premierminister Naoto Kan beim Prolog im März vorgegeben: „Atomtransporte über Hamburgs Hafen sollten verboten werden, Hamburg kann hier Zeichen setzen.“ Eine öffentliche Kampagne für die Forderung nach Sperrung des Hafens für die regelmäßig Hamburg anlaufenden Atomschiffe begleitete fortan die einmal mehr prominent besetzten Lesungen. Frank Otto, Vorstand des Kultur für alle e. V.: „Der Umweltsenator hat uns mitgeteilt, dass der Senat gegen das Atom-Drehkreuz Hafen Hamburg substantiell nichts unternehmen wird. Angesichts des dramatischen Brandes eines Atomschiffs nahe der City und mehrfach festgestellter gravierender Sicherheitsmängel ist das nicht akzeptabel. 'Lesen ohne Atomstrom' wird dieses Thema weiter in die Öffentlichkeit bringen – nur die Zivilgesellschaft kann den Senat hier zum Handeln veranlassen.“

 

HEUTE – Das Finale mit Edelfedern

Zwei hoch dekorierte Schriftsteller beschließen heute 'Lesen ohne Atomstrom 2016': Katja Petrowskaja und Feridun Zaimoglu. „Autoren nichtdeutscher Herkunft schreiben die besten Bücher der deutschen Gegenwartsliteratur“, titelte DER SPIEGEL letztes Jahr – und wünschte: „Es wäre großartig, sie in einem Saal zu versammeln. Das direkte Gespräch zu beginnen.“ So wird es heute geschehen, im charmanten Theatersalon 2te Heimat.

 


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