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Aus für Vattenfall-Lesetage

Das Greenwashing-Event der Atomindustrie, die "Vattenfall-Lesteage", gibt es nicht mehr. Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 2. Oktober, dass Vattenfall seinen Kulturmissbrauch beendet.
Dazu erklärt der Veranstalter von "Lesen ohne Atomstrom - Die Erneuerbaren Lesetage", der gemeinnützige "Kultur für alle e. V.": „Der Rückzug Vattenfalls ist das Ergebnis des Engagements verschiedener Bündnisse in Hamburg gegen den Missbrauch der Literatur durch den Atomkonzerns. Wir freuen uns, dass unsere Reihe „Lesen ohne Atomstrom“ offensichtlich einen Beitrag dazu leisten konnte!
Die Kritik an den Vattenfall-Lesetagen war eine Kritik des Greenwashings und richtete sich nicht gegen ein Literaturfestival. Deswegen betrachten wir es als unsere neue Aufgabe, nun an einem wirklich unabhängigen und nur der Literatur verpflichteten Programm weiterzuarbeiten.
Zudem hoffen wir, dass Vattenfall auch im Hinblick auf seine eigentlichen Geschäftsfelder ebenso Einssicht zeigt und von seinen verantwortungslosen und gefährlichen Atomprojekten ebenso wie vom klimaschädlichen Moorburgkraftwerk ablässt“ sagt Heiko Böttner, Vorsitzender des Kultur für alle e. V.."Das erneut hoch attraktive Programm für Lesen ohne Atomstrom im April 2014 steht bereits."


 

Elke Heidenreich: „Das ist das Hamburger Literaturfestival!“

Das „Hamburger Abendblatt“ konstatierte „100 Prozent Auslastung“ bei allen Veranstaltungen, die Deutsche Presseagentur schrieb von „umjubelten Auftritten“. 2013 waren - wie in den Jahren zuvor - wieder alle Veranstaltungen von „Lesen ohne Atomstrom“ bis auf den letzten Platz besetzt, 3.270 Zuschauer live dabei. Zum Finale der diesjährigen „Erneuerbaren Lesetage“ am Tschernobyl-Jahrestag, dem 26.4., rockte fast vier Stunden ein Großaufgebot an Stars den „Vatten-Störfall“: Udo Lindenberg, Ben Becker, Joachim Król, Ulrich Waller und viele andere verurteilten den Kulturmissbrauch des Atomkonzerns Vattenfall scharf – im Rahmen einer konzertanten Hermann-Hesse-Lesung vor 600 Zuschauern im prall gefüllten St. Pauli Theater. „Was für ein rauschendes Finale von ‚Lesen ohne Atomstrom’“, so BILD.

Dabei schenkte Udo Lindenberg - nach Jan Plewka und Jan Delay 2012 mit „Bye Bye Vattenfall“ - dem Literaturfestival eine weitere Hymne. Machte aus seinem Hit „Gegen den Strom“ im Duett mit Ben Becker: „Gegen den Atom-Strom“.

Ihr Text war regelrecht die Antwort auf die Verleumdungen und Beschimpfungen der Vattenfall-Organisatoren gegen Künstler und Förderer von „Lesen ohne Atomstrom“, die im Vorfeld des Literaturfestivals bekannt geworden waren. Becker und Lindenberg sangen:

Lass sie doch labern, blöd wie sie sind –

Für uns war das alles lockere Action, doch für
die waren das gleich Skandale –

Diese schlaffen gebügelten Affen,

guck sie Dir an: Sie sollten sich was schämen!

Gegen den Atom-Strom.“

Mehr als 10.000 kostenlose Plätze in exklusiven Kulturveranstaltungen hat „Lesen ohne Atomstrom“ bislang für Hamburg geschaffen. Alle Lesungen und Konzerte sind für jeden Gast gratis. Dazu trägt die Kulturbehörde keinen Cent bei. Sie fördert vielmehr das Firmen-Greenwashing „Vattenfall-Lesetage“.

Die Autoren und Künstler sind entschlossen, das unabhängige Festival weiter auszubauen. Hannes Jaenicke: „’Lesen ohne Atomstrom’ ist schon jetzt eines der bestbesetzten Literaturfeste. Auf diesem Weg machen wir weiter.“ Und Jean Ziegler, der für die Vereinten Nationen ständig rund um den Globus unterwegs ist, sagt: „Was in Hamburg passiert, ist einzigartig. Das habe ich noch nirgends erlebt. ‚Lesen ohne Atomstrom’ hat eine ganz besondere Kraft.“ Literaturkritikerin Elke Heidenreich ergänzt: „’Lesen ohne Atomstrom’ ist faktisch das Hamburger Literaturfestival. Wir werden alle weiter daran mitarbeiten.“

Schon jetzt liegen dem veranstaltenden „Kultur für alle e. V.“ Zusagen namhafter Autoren und Künstler für April 2014 vor. Auch bislang nicht beteiligte Theater bieten ihre Bühnen mietfrei an.


 


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