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Die ersten Plakate

Für die öffentliche Programmvorstellung am 11. März in der 'Fabrik' hängen soeben die ersten Plakate auf offiziellen Werbeflächen in Hamburg aus: Zunächst auf 300 Kultursäulen werden die Hamburger zur konzertanten Lesung am Fukushima-Jahrestag eingeladen. Tausend weitere Plakate, auch auf Stromkästen und in Bahnstationen, werden in den kommenden Tagen folgen. Die Festival-Partner Thomsen-Werbemedien und CartelX machen es möglich. Heiko Böttner, Vorstand des Vereins „Kultur für alle“, der 'Lesen ohne Atomstrom' veranstaltet: „Es ist erneut eine überwältigende Unterstützung aus allen Teilen der Zivilgesellschaft, diese riesigen Werbemaßnahmen sind nur ein Beispiel. Das macht die besondere Qualität des Festivals aus – es ist eine große Gemeinschaftsaktion von engagierten Bürgern, Mäzenen, Theatern, zahlreichen Unternehmen und den Künstlern. Alle zusammen für die Beschleunigung der Energiewende.“

Plakat März 2015

 

Klimawandel ist zentrales Festivalthema 2015

Das Programm zum fünf-jährigen Jubiläum von 'Lesen ohne Atomstrom' steht weitgehend:
Wegen der Vielzahl der engagierten Autoren und Künstler muss das Festival um einen Tag
verlängert werden, findet vom 22. bis 27. April 2015 in verschiedenen Hamburger Kulturhäusern
und erstmals auch auf dem Wasser statt, wie immer für jeden Zuschauer überall ohne Eintritt -
informiert Heiko Böttner vom veranstaltenden Kultur für alle e. V..
 
Nach dem aktuellen Desaster der Klimaverhandlungen der Staatengemeinschaft in Peru werde
das zentrale Thema des Festivals im kommenden Jahr „Klimagerechtigkeit“ sein - einmal mehr
mit überaus namhaften Protagonisten, so Böttner. „Als vor gut 20 Jahren die Klimaverhandlungen
auf UN-Ebene begannen, waren die Hoffnungen groß, den Klimawandel gemeinsam in den Griff zu
bekommen. Leider hat das bisher nicht ansatzweise geklappt, was das Ergebnis von Lima erneut gezeigt
hat“, ergänzt Stefan Schurig, Direktor beim Weltzukunftsrat, der seit Anbeginn als Partner von
 'Lesen ohne Atomstrom' die Programm-Macher des Literaturfestivals berät. Schurig: „Mit
Blick auf die nächste große Klimakonferenz in Paris Ende nächsten Jahres stellt sich einmal
mehr die Frage nach der Klimagerechtigkeit – zwischen Opfern und Verursachern des
Klimawandels, zwischen den Bremsern und denen, die voran gehen wollen. Es ist sehr
passend, dass 'Lesen ohne Atomstrom' als das bedeutendste politische Kulturfestival in
Deutschland dies im kommenden Jahr aufgreift.“
 
Ein weiteres Thema von 'Lesen ohne Atomstrom 2015' wird, so Böttner, die globale Überwachung
der Bürger durch Geheimdienste und Internetkonzerne sein. Das Festival stellt sein Programm
der Öffentlichkeit wie immer am Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima vor,
am 11. März 2015 - im Rahmen einer exklusiven Lesung in der Fabrik.
 

5. Lesen ohne Atomstrom vom 22. bis 26. April 2015

"Es ist Zeit sich einzumischen. Entscheidend ist rauszugehen, um die Dinge zu verändern" sagt TV-Star Walter Sittler. Und Grammy-Preisträger Thomas Quasthoff appelliert: "Wenn die Politiker sagen, es ist alles in Ordnung - dann glauben Sie das nicht. Gar nichts ist hier in Ordnung. Wir müssen raus auf die Straße!" Zum Finale des "4. Lesen ohne Atomstrom" haben in Hamburg erneut namhafte Künstler vehement eine Beschleunigung des Atomausstiegs gefordert, das kulturelle Greenwashing der Atomindustrie verurteilt und die Bürger zu Protesten aufgerufen. 
Insgesamt waren 3.988 Gäste bei den Veranstaltungen des unabhängigen Literaturfestivals vom 22. bis 27. April. "Die Auslastung betrug wie in den drei Vorjahren wieder mehr als 100 Prozent, weil in mehreren Lesungen zahlreiche Interessierte, die nicht mehr in die vollbesetzten Veranstaltungssäle eingelassen werden konnten, durch exzellente Live-Übertragungen in den Foyers dabei waren", erklärte ein Festivalsprecher nach der Abschlußveranstaltung. Und: "Das 5. Lesen ohne Atomstrom findet vom 22. bis 26. April 2015 statt."
 

„Schlimmster Albtraum wird gerade wahr“

Klare Worte vom langjährigen Medienpartner des Atomkonzerns Vattenfall: In der Ausgabe vom 21. August 2014 rechnet das Hamburger Abendblatt in seinem Leitartikel schonungslos mit der Atomindustrie ab. Anlass ist die Nachricht, dass viele der mehreren hundert am Vattenfall-Meiler Brunsbüttel lagernden Fässer mit radioaktivem Müll nicht nur rosten, sondern ihr strahlender Inhalt bereits ausgelaufen ist. Auf die von Politikern jeder Couleur seit Jahrzehnten betriebene Förderung der Atomindustrie zurückblickend - schreibt das Abendblatt: „Irgendwann müsste einmal jemand erforschen, warum ausgerechnet in diesem Bereich der Hochtechnologie so viele Menschen an Märchen geglaubt haben. An das Märchen der sicheren Endlagerung der Kernbrennstäbe, (…) an das Märchen des sicheren Dauerbetriebs. Heute sehen wir die Albträume.“ Und mehr noch: Für das Abendblatt zerstört die Atomindustrie regelrecht die gesellschaftliche Grundlage in Deutschland, so wie es Schriftsteller Günter Grass bereits bei „Lesen ohne Atomstrom“ 2011 eingeordnet hatte: „Wir sind Gefangene einer Lobby, die durch nichts legitimiert ist.“

Analog dazu wird für das Abendblatt „gerade der schlimmste Albtraum wahr: Die Atomenergie zersetzt und verstrahlt unseren Rechtsstaat. Weil niemand mehr weiß, wo das ganze radioaktive Zeugs hinsoll, werden Gerichtsurteile obsolet. 2013 hat das Oberverwaltungsgericht Schleswig dem Atommüllzwischenlager Brunsbüttel die Genehmigung entzogen. (…) Folgen hatte dieses Urteil nicht. Noch immer stehen in Brunsbüttel Castorbehälter mit hochradioaktivem Abfall.“ Zur Urteilsverkündung seinerzeit sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck resignierend: „Was soll ich denn machen? Ich kann die Castoren doch nicht auf die Straße stellen.“ So dass das Abendblatt heute resümiert: „Angesichts der Gefährlichkeit des Atommülls bleibt nichts anderes übrig, als Gerichtsurteile zu ignorieren. Die Atomenergie beherrscht uns nun.“

Abendblatt vom 21.08.2014

 


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